„Die aktuelle Flüchtlingssituation und Rückkehrberatung“

By | 9. August 2016

Die IntegPlan-Fachtagung in Bremerhaven stieß auf großes Medieninteresse

integplan_logo_drk_hamm_Am 23. und 24.6.2016 fand in Bremerhaven die jährliche Fachtagung des „IntegPlan“- Projektes statt. Rund 90 Teilnehmerinnen aus ganz Deutschland kamen im Auswandererhaus zusammen, um sich gemeinsam mit den aktuellen Entwicklungen in der Rückkehrpolitik zu befassen und unterschiedliche Aspekte zu diskutieren. Zu den Teilnehmerinnen gehörten neben zahlreichen BeraterInnen auch VertreterInnen der zuständigen Landesministerien, IOM, BAMF sowie ausgewählter Bundesministerien.

integplan_drk_hamm_rueckkehrberatungNach einer herzlichen Begrüßung durch die zuständige Senatorin der Freien und Hansestadt Bremen, Frau Anja Stahmann, sowie dem Sozialdezernenten Bremerhavens, Herrn Klaus Rosche, begann die Tagung mit einem aufgezeichneten Videobeitrag von Dr. Christian Klos aus dem Bundesinnenministerium, der leider nicht persönlich vor Ort sein konnte. In seinem Beitrag bet onte der BMI-Vertreter die Wichtigkeit der freiwilligen Rückkehr und präsentierte die aktuelle interne Diskussion um die Steigerung ihrer Attraktivität.

Herr Volker Brengelmann vom niedersächsischen Ministerium für Inneres und Sport und Frau Katja Ralfs vom schleswig-holsteinischen Ministerium für Inneres und Bundesangelegenheiten präsentierten als Ländervertreterinnen die Fortschritte und Planungen ihrer beiden Länder in Bezug auf das Thema.

Anschließend ging Frau Marian Benbow-Pfisterer von IOM auf die Dienstleistungen von REAG/GARP ein, präsentierte aktuelle Zahlen und nahm zu schwierigen Umsetzungsfragen – etwa die immer wieder thematis ierte Rückkehr nach Syrien – Stellung.

Nach einer kurzen Pause erläuterte Herr Lars Steuber vom BAMF (Referat 212) die neuen Strategien zur Öffentlichkeitsarbeit und er leichterten Zugang zu Rückkehrberatung, die durch die Koordinierungsstelle Integriertes Rückkehrmanagement erarbeitet wurden, insbesondere die Idee einer Hotline, die in einer Pilotphase noch 2016 eingerichtet werden soll. Frau Bettina Scheer (R eferat 215) warf noch einmal einen Blick auf die abgeschlossene SOLID-Phase und wies darauf hin, dass die Nacharbeiten und die Prüfung durch die EU den Zuwendungsgeber noch einige Jahre beschäftigen dürften. Als letzter BAMF-Vertreter gab schließlich Herr Heiko Zindl (Referat 214) einen Überblick über die AMIF-Förderung und erläuterte, dass die nächste Ausschreibung für Rückkehrprojekte erst in 2017 stattfinden werde. Zeitpunkt und finanzieller Umfang seien derzeit noch nicht bekannt.

Der erste Tag wurde mit einer gemeinsamen Besichtigung der vielfältigen Ausstellung des Auswanderer-Hauses beschlossen, die neben dem Schwerpunkt Auswanderung auch Einwanderung behandelt sowie Möglichkeiten der Familienrecherche eröffnet. Das Angebot war einer der Gründe, die zusätzlich zum Besuch der Fachtagung anregten. Das Angebot stieß nicht nur an diesem Tag auf eine rege Nachfrage.

Am zweiten Tag der Fach tagung begann die Sitzung mit einem Rundgang durch verschiedene Projektpräsentationen aktuell im AMIF geförderter Projekte. Dies gab ausreichend Gelegenheit für gegenseitigen Austausch und Vernetzung der Anwesenden, von denen viele zum ersten Mal auf einer Fachtagung waren.

Im Anschluss präsentierten Dr. Moritz Moelle vom Auswärtigen Amt und Herr Julian Pfäfflin vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung die Aktivitäten ihrer Häuser in Bezug auf Migrations- und Rückkehrfragen. An die Präsentationen schloss sich eine intensive Fragerunde mit dem Publikum an, die nahtlos in die abschließende Podiumsdiskussion überging. An dieser nahmen neben den beiden genannten Ministerialvertretern außerdem Frau Silke Minkau vom nordrheinwestfälischen Ministerium für Inneres und Kommunales, Frau Marion Lich vom Projekt „Coming Home“ aus München sowie Herr Lars Steuber vom BAMF teil. Erneut wurden wichtige Fragen wie die Rückkehr nach Syrien, die Stärkung von Partnerst rukturen vor Ort und die Notwendigkeit eines verstärkten Dialogs zwischen allen Beteiligten diskutiert.

In seinem Schlusswort fasste Herr Harald Grote als Mitarbeiter der Senatorin für Soziales der Hansestadt Bremen die Fachtagung noch einmal zusammen und hob hervor, dass durch die Erörterungen die Bedeutung der Freiwilligen Rückkehr deutlich geworden sei und man zusätzliche Anstrengungen unter nehmen müsse, um dieser weiterhin gerecht zu werden.

Die Fachtagung erfreute sich großer Medienaufmerksamkeit, vor allem im Vergleich zu Veranstaltungen der früheren Jahre. Die Rede der Senatorin Stahmann sowie die einleitende Phase der Konferenz wu rden von einem TV-Team von RTL Nord begleitet, ein Radiojournalist von Radio Brem en führte vor Ort Interviews und am Ende des ersten Tages konnte der Veranstaltungsmoderator live beim gleichen Sender Stellung zum Thema Freiwillige Rückkehr nehmen.

Die Auswertung der Evaluationsfragebögen ergab eine positive Bilanz: 78 % der Befrag- ten gaben an, dass ihre Erwartungen erfüllt oder sogar mehr als erfüllt worden seien und 98 % erklärten sich zufrieden oder s ehr zufrieden mit dem Gesamtablauf. St. Ingbert/München, Juni 2016

 

Quelle: www.integplan.de