Leitfaden Beratung

Hier finden Sie den möglichen Ablauf einer Beratung. Dieser Leitfaden soll eine Unterstützung für Berater sein, die in der Rückkehrberatung neu anfangen und für die eine Orientierung hilfreich sein kann. Jedes Beratungsgespräch ist individuell und soll nicht einem feststehenden Schema unterworfen werden, dennoch ist es hilfreich, wenn der Berater eine Art „Fahrplan“ hat, an dem er sich gerade am Anfang orientieren kann.

Vor der Beratung

Je nachdem, wieviel Sie schon vorher über den Klienten wissen, können Sie sich auf das Gespräch vorbereiten. Allgemeine Informationen zum Herkunftsland finden sie z.B. in ZIRF. Auch die bestehenden Fördermöglichkeiten können hilfreich sein. Diese finden Sie auf der Seite der IOM (Internationale Organisation für Migration) und des BAMF(Bundesamt für Migration und Flüchtlinge).

In der Beratung
  • Hierfür können Sie hier unseren Klientenfragebogen herunterladen. Dieser hat sich über die Jahre bewährt. Sie können sich im ersten Gespräch mit dem Klienten an ihm orientieren. Ist er vollständig ausgefüllt sind sicher nicht alle, aber doch sehr viele wichtige Fragen beantwortet und Sie können immer auf diese ersten wichtigen Informationen zurückgreifen. Absichtlich ist er hier als Word Datei hinterlegt. Passen Sie Ihn an Ihre Bedarfe an!
  • Sie benötigen ZWINGEND eine Einverständniserklärung/Datenschutzvereinbarung! Sprechen Sie mit dem Datenschutzbeauftragten! Nur wenn Ihr Klient schriftlich zustimmt, dürfen Sie Kontakt zu Behörden, Ämtern, anderen Beratungsstellen und/oder Ehrenamtlichen aufnehmen!
  • Ist grundlegend geklärt, dass der Klient zurück in seine Heimat will, können Sie über die IOM einen Antrag zur Förderung der freiwilligen Rückkehr im Rahmen des REAG/GARP stellen*. Übernommen werden Reisekosten und abhängig vom Herkunftsland verschiedene finanzielle Unterstützungen.

(*Voraussetzung ist, dass Sie als „Antrag übermittelnde Stelle“ bei der IOM angemeldet sind und damit auch ggf. in Vorkasse treten können, für auszuzahlende Förderungen. Besprechen Sie dies vorher ggf. mit Ihrem Arbeitgeber.)

  • Für jeden Erwachsenen muß eine eigene Erklärung zur Freiwilligkeit ausgefüllt und unterschrieben werden. Hier finden Sie die notwendige „Voluntary Declaration Form“ der IOM.
  • Achten Sie auf die notwendigen Nachweise (Mittellosigkeit, Asylantragstellung) der Förderfähigkeit!
  • Stellen Sie sicher, dass ein Reisedokument im Original vorliegt (Überlegungen zur Beschaffung von Reisedokumenten). Hat der Klient einen Reisepass, überprüfen Sie die Gültigkeit und das nicht nur eine Kopie vorhanden ist.
  • JEDES Familienmitglied braucht ein Reisdokument. Für in Deutschland geborene Kinder ist zu prüfen, welche Art von Registerauszug/Geburtsurkunde vorliegt.
  • Braucht der Klient ein Ersatzreisedokument (Beispiele verschiedener Reisedokumente), muß er sich dieses bei der Botschaft seines Herkunftslandes ausstellen lassen. Die Anforderungen der Botschaften ändern sich regelmäßig! Informieren Sie sich immer über die aktuellen Voraussetzungen für die Ausstellung von Ersatzreisedokumenten, am Besten direkt bei den Botschaften des betreffenden Landes (auch wenn das gelegentlich eine Herausforderung ist…)!
  • In Einzelfällen ist es möglich, so der Klient damit einverstanden ist, über die ABH ein PEP (Passersatzpapier) zu bekommen. Diese PEPs waren ursprünglich ausschließlich für Abschiebungen vorgesehen. Seit einiger Zeit ist nach Absprache mit den zuständigen Behörden möglich, ein PEP auch zur eigenständigen Rückkehr zu nutzen. 

Zu prüfen ist hierbei aber auch, ob bei der Einreise für den Klienten durch die Nutzung des PEPs Nachteile entstehen. In einigen Ländern wird stark unterschieden, ob ein Staatsbürger freiwillig zurückkehrt, oder ob er abgeschoben wird.   

Häufig gestellte Fragen

  • Die Ausländerbehörde sagt, ich muß zurück, stimmt das?

Wir sind Rückkerberater*Innen. Wir haben eine grundlegende Vorstellung des Asylrechts, verweisen aber bei kritischen Fragen zum Asylverfahren auf die zuständigen Fachstellen, also Verfahrens-, Flüchtlings- oder auch Migrationsberatung, oder ggf. an einen Anwalt.

  • Welche Unterstützung bekomme ich? 

Abhängig vom jeweiligen Herkunftsland unterstützt die IOM die Rückkehr durch Übernahme der Reisekosten und unterschiedlicher finanzieller Förderungen. Es gibt verschiedene Organisationen, die Rückkehrer in Ihrer Heimat unterstützen, z.B. ERRIN, IntegPlan  und URA.

  • Darf ich wieder nach Deutschland einreisen, wenn ich jetzt gehe?

Zu prüfen sind u.U. von der ABH verhängte Einreisesperren. Meist gilt nach abgelehntem Asylantrag bei eigenständiger Rückkehr in Herkunftsland eine Sperre von 11 Monaten. Dann ist eine Einreise mit einem entsprechenden Visum wieder möglich. Machen Sie deutlich das bei Wiedereinreise mit dem Wunsch eines dauerhaften Aufenthalts in Deutschland IOM die geleistete Unterstützung zurück fordert. Aufenthaltstitel sind vor Ausreise zurückzugeben, Asylverfahren sind zu beenden. Im Besonderen ist hervorzuheben, das Aufenthaltstitel erlöschen!

Weiter unten auf dieser Seite finden Sie weitere Hinweise zu Besonderheiten bei Ausreise:

  • Schwangerschaft
  • Krankheit
  • Straftaten
  • Wichtige Unterlagen für die Ausreise  
  • Weitere wichtige Schritte 

Für weitere Informationen finden Sie hier die „Checkliste zum Beratungsablauf“ und die „Ergänzende Checkliste“, anhand derer sie sich zusätzlich orientieren können.

Unterstützung in den Herkunftsländern/ Reintegrationsförderung

Für einige Länder besteht die Möglichkeit, die Rückkehrer auch in Ihren Herkunftsländern zu unterstützen. Diese Hilfen sind vor der Ausreise zu beantragen: 

  • Über die IOM, zusammen mit dem REAG/GARP Antrag, können für einige Länder Hilfen nach der Ausreise beantragt werden (https://www.returningfromgermany.de/de/programmes/reag-garp) .
  • ERRIN, das „European Return and Reintegration Network“ (https://returnnetwork.eu ) bietet verschiedene Möglichkeiten der Unterstützung für aktuell folgende Länder: 

ÄthiopienAfghanistanArmenienBangladeschBeninBurkina FasoCôte d’IvoireDR KongoGambiaGhanaGuinea Conakry (nur für freiwillig Rückkehrende), IndienIrakKamerunKasachstanKirgistanLibanonMaliMarokkoMongoleiNigerNigeriaPakistanRuandaRussische FöderationSenegal (nur für freiwillig Rückkehrende), SomaliaSri LankaTadschikistanTogoUkraine           

Es ist ein gesonderter Antrag zu stellen: 

https://www.returningfromgermany.de/de/programmes/erin

  • IntegPlan bietet für einige Länder eine Einzelfallförderung an. Informieren Sie sich über die Seite www.integplan.de
  • Perspektive Heimat bietet verschiedene Hilfen bei der Reintegration: https://www.startfinder.de/

Individuell für jeden Klienten ist zu prüfen, ob es Unterstützung im jeweiligen Herkunftsland gibt. In einigen Fällen sind Vereine, Gemeinden oder Ehrenamtliche im Umfeld des Klienten bereit, auch nach der Ausreise noch zu helfen, oder es gibt Organisationen im Herkunftsland, die in Einzelfällen unterstützen können.

Vor der Ausreise

Grenzübertrittsbescheinigung

Ein wichtiges Dokument, dessen Ausstellung vor der Ausreise sicher zu stellen ist, ist die „Grenzübertrittsbescheinigung“, kurz GÜB. Diese ist wichtig für den Nachweis der Ausreise und wird von der zuständigen Ausländerbehörde ausgestellt. Bei der Ausreise mit dem Flugzeug ist die GÜB bei der Bundespolizei am Flughafen abzugeben und wird dann an die ausstellende ABH zurück geschickt. Bei einer Ausreise über Land soll diese bei der deutschen Botschaft im Heimatland abgegeben werden, die diese dann zurück schickt.

Die Ausreise gilt nur dann als nachgewiesen, wenn die GÜB über die beschriebenen Wege wieder bei der ABH ankommt. Ohne diesen Nachweis besteht die Möglichkeit von Schwierigkeiten für den Betroffenen bei einer erneuten Einreise nach Deutschland.

Klären Sie also rechtzeitig die Ausstellung der GÜB mit der Ausländerbehörde und erklären Sie dem Klienten den Sinn dieses zusätzlichen Papiers! 

Wie kommt der Klient zum Flughafen? 

Die IOM übernimmt ggf. die Fahrtkosten mit öffentlichen Verkehrsmitteln, in zu erklärenden Ausnahmefällen (z.B. bei Krankheit, großen Familien mit kleinen Kindern…) auch mit dem Taxi. Sie als Berater besprechen die Möglichkeiten mit dem Klienten und sichern ab, dass der Klient alle notwendigen Informationen und ggf. auch die Fahrkarte für den Zug hat.  Ist eine Fahrt mit dem Taxi von der IOM genehmigt, besprechen Sie mit dem Taxiunternehmen den Ablauf, vergeben den Auftrag und die Rechnung geht an Ihren Verband. Diese Kosten werden, ebenso wie die je nach Fall auszuzahlende Reisebeihilfe, von der IOM erstattet.

Wieviel Gepäck hat der Klient und wieviel darf mitgenommen werden?

Für Bus und Flugzeug gibt es Vorgaben für die erlaubte Menge an Gepäck. Sprechen sie rechtzeitig mit den Klienten darüber.

Dinge die dem Klienten wichtig sind, die aber die normale Gepäckmenge überschreiten, können u.U. vorher per Post ins Herkunftsland geschickt werden.

Nach der Ausreise

Eine weitere Begleitung nach der Ausreise gehört zu den Aufgaben der Rückkehrberatung. Inwieweit diese gewünscht und/oder notwendig ist, entscheidet der Klient.

Über den Sachstand der u.U. gewährten Reintegrationsunterstützungen informiert die jeweilige Organisation.

Zusätzliche Informationen

Hier finden Sie weitere wichtige Informationen und Links zu speziellen Fragen.

Allgemeine Checkliste zum Beratungsablauf

Erste Informationen

Klärung der Motivation zum Aufsuchen der Beratungsstelle 

Eine Rückkehrberatungsstelle kann aus unterschiedlichsten Gründen aufgesucht werden, die es zu klären gilt. Einige der Klient haben sich bereits im Vorfeld viele Gedanken über eine Rückkehr gemacht und sind aus eigenem Antrieb und Interesse zur Beratungsstelle gekommen. Genauso kommt es aber auch vor, dass ein Termin in der Beratungsstelle von Behörden oder auch Bekannten angeraten worden ist, so dass eine andere Ausgangssituation besteht.  

Klärung der Situation des Klienten

Eine Abklärung der gegenwärtigen Situation des Klienten zu Beginn der Beratung ist überaus wichtig. Zum einen gibt dies dem Klienten die Möglichkeit, seine eigene Situation erneut zu reflektieren, zum anderen ermöglicht es dem Berater, die Lage einzuschätzen.

Warum ist Rückkehr überhaupt Thema geworden? Hier soll festgestellt werden, ob der Flüchtling seine Situation richtig einschätzt. Einige sind sich ihrer rechtlichen Situation nicht bewusst und glauben z. B. eine Duldung schütze sie vor Abschiebung. 

Klärung der Erwartungen an das Beratungsgespräch

Nicht immer ist dies so klar festzustellen. Soll zunächst die Situation nur besprochen und die Optionen geklärt werden? Ist es nur ein allgemeines Informationsgespräch? Es ist ebenfalls möglich, dass sich Flüchtlinge durch das Gespräch eine bessere Stellung gegenüber der Ausländerbehörde erhoffen, nach dem Motto „Ich habe mich über eine Rückkehr informiert“, aber im Grunde genommen möchten sie überhaupt nicht ausreisen. Manchmal sind sich die Flüchtlinge selbst nicht sicher, was sie eigentlich möchten bzw. erwarten. Diese Frage ist unbedingt zu klären, da es den weiteren Verlauf der Beratung entscheidend beeinflusst.

Klärung, ob bereits weitere Beratungsstellen aufgesucht worden sind oder auch ob ggf. ein Anwalt beauftragt worden ist. 

Um doppelte Arbeit und Nachfragen bei der zuständigen Stelle zu vermeiden, sollte dies auf jeden Fall geklärt werden. Darüber hinaus sollte ebenso erfragt werden, ob z. B. der Anwalt etc. kontaktiert werden darf. Es ist ratsam, sich zur Sicherheit eine Schweigepflichtsentbindung unterschreiben lassen.

Entscheidungsfindung 

Klärung der bestehenden Kenntnisse über die Situation im Heimatland

Es gilt im Beratungsgespräch herauszufinden, ob eine realistische Vorstellung der gegenwärtigen Situation im Heimatland besteht. Je länger die Auseise aus dem Heimatland zurückliegt, desto verzerrter können die Erinnerungen und das Sachwissen über die tatsächlichen Gegebenheiten sein. Entscheidend ist hier auch der Umstand der Ausreise. Hier können aktuelle Lageberichte oder auch Bilder aus dem Heimatland hilfreich sein.

Klärung der Wohnperspektive nach der Rückkehr

Von entscheidender Bedeutung ist die Frage nach Obdach nach der Rückkehr. Leider können häufig keine Angaben darüber gemacht werden, ob die damalige Unterkunft zerstört oder weitervermietet worden ist.  Zu klären ist gegebenenfalls, ob Familie oder Freunde aushelfen können, oder Projekte mit einer Notunterkunft existieren. 

Klärung der Unterstützungsmöglichkeiten nach der Rückkehr durch die Familie oder Freunde des Klienten 

Eine Rückkehr in einen Familien- und Freundeskreis ist in den aller meisten Fällen viel leichter als eine Rückkehr ganz alleine, ohne soziale Kontakte. Auch das erneute Zurechtfinden in dem gesellschaftlichen und staatlichen System fällt mit Unterstützung erheblich leichter.

Klärung der allgemeinen Lebens- und finanziellen Situation im Heimatland vor der Ausreise nach Deutschland

Im Verlauf des Beratungsgesprächs ist es unter anderem auch sinnvoll, nach den Lebensumständen vor der Ausreise zu fragen. Insbesondere nach sehr langen Aufenthalten in Deutschland ist man die deutschen Lebensverhältnisse gewohnt und erwartet bzw. möchte diese auch gerne im Heimatland vorfinden. Die Infrastruktur jeden Landes ist aber immer eine andere. So gibt es z. B. sehr viele Länder in denen es keine regelmäßige Stromversorgung.

Darüber hinaus ist es wichtig herauszufinden,  welche finanziellen Mittel vor der Ausreise zur Verfügung standen, woraus der Verdienst bestand und wie die Ausreise nach Deutschland finanziert worden ist. 

Klärung der vorhandenen Berufs- bzw. Arbeitserfahrungen

Hier sind alle Erfahrungen im Heimatland wie auch in Deutschland gemeint. Für qualifizierte Arbeitskräfte stehen im Normalfall die Chancen besser, nach der Rückkehr erneut eine Verdienstmöglichkeit zu finden. An dieser Stelle kann auch geklärt werden, welche Vorstellungen und Ideen für die Bestreitung des Lebensunterhalts im Heimatland bestehen, wie realistisch diese sind und ob ggf. Fördermöglichkeiten im Heimatland existieren.  

Aufklärung über realistische Unterstützungsmöglichkeiten von Deutschland aus und im Heimatland

Der Klient sollte sehr ausführlich über die Möglichkeiten einer Unterstützung, aber auch deren Grenzen informiert werden. Gibt es Projekte bei denen man einen Antrag auf Unterstützung  stellen kann? Ist eine Förderung über REAG und GARP möglich? Gibt es evtl. Projekte direkt in dem Heimatland und welche Rahmenbedingungen gelten? Ganz klar sollte die zeitliche Begrenzung der Unterstützung hervorgehoben werden, so dass deutlich wird, dass der Rückkehrer nach einer bestimmten Zeit auf sich alleine gestellt sein wird.  

Aufklärung über Alternativen

Die freiwillige Rückkehr ist nur eine Möglichkeit und nicht grundsätzlich die beste Entscheidung für eine geflüchtete Person. Daher sollten andere Möglichkeiten sowie Perspektiven in Deutschland, Weiterwanderung, Abschiebung oder auch Untertauchen mit den jeweiligen Konsequenzen ausführlich besprochen werden. Ein Klient, der sich bewusst für die freiwillige Rückkehr entscheidet, und dem die Alternativen bekannt sind, kann sich gedanklich viel besser auf die Rückkehr einlassen und sich entsprechend vorbereiten. 

Rückkehrentschluss

Gültige Reisedokumente

Zur Ausreise werden gültige Ausreisedokumente in Form von Pass oder Passersatz benötigt. Geburtsurkunden, Personalausweise, Inlandspässe etc. reichen hierfür nicht aus. Abhängig davon, ob die Identität des Klienten nachgewiesen werden kann, oder nicht, kann es sehr lange dauern bis ein Reisedokument von der jeweiligen Botschaft oder einer Ausländerbehörde ausgestellt werden kann. Dies muss geklärt werden. 

Übereinstimmung der Angaben in den deutschen Dokumenten mit den Pässen 

In einigen Fällen stimmen die Angaben, welche während des Asylverfahrens gemacht wurden, nicht mit den tatsächlichen Daten überein. Je nachdem welche Dokumente in der Zwischenzeit ausgestellt wurden, müssen diese mit mehr oder weniger Aufwand umgeschrieben werden. Auf jeden Fall sollten Geburtsurkunden und Unterlagen bei den Behörden auf die richtigen Daten umgeschrieben werden. Ohne internationale Geburtsurkunde oder Geburtsbescheinigung mit dem richtigen Familiennamen und Daten der Eltern ist es sehr schwierig bis unmöglich das Kind im Herkunftsland anzumelden und zu registrieren. Erworbene Ansprüche, die aber unter falschem Namen z. B. beim Rententräger laufen, können sonst nicht geltend gemacht werden.

Klärung der Einreisebestimmungen

 Für manche Länder gelten bestimmte Einreisebestimmungen. So ist z. B. die Gelbfieberimpfung in einigen Ländern Pflicht. Dies sollte im Vorfeld geklärt werden. 

Falls der Rückkehrer in Deutschland gearbeitet hat sollten folgende Punkte geklärt werden:

Steuerrückerstattung

Wurden Steuern gezahlt und ist eine Rückerstattung möglich? Evtl. müssen Personen in Deutschland mit dieser Aufgabe beauftragt werden, da eine Steuererklärung nicht zu jedem Zeitpunkt möglich ist.

Rentenansprüche, Sozialabkommen beachten

Die Rentenansprüche können bei einer Rentenberatungsstelle geklärt werden. Auch hier unbedingt auf den richtigen Namen achten. Je nach Fall können hier verschiedene Lösungen möglich sein. Wenn ein Sozialabkommen mit dem Heimatland existiert, dann kann der Anspruch mit Erreichen des Rentenalters geltend gemacht werden. Sollte kein Sozialabkommen vorhanden sein, so ist eine Beitragserstattung (www.deutsche-rentenversicherung.de) der selbst eingezahlten Beiträge unter bestimmt Voraussetzungen möglich. 

Verträge kündigen 

  • Wohnung / Kaution – Versorgungsbetriebe Strom etc.
  • Bankkonten (evtl. auf Online-Banking umstellen, falls das Konto noch benötigt wird)
  • Post und Telefon / Mobilfunk
  • Versicherungen
  • Vereine / Mitgliedschaften

Sonstiges

Kindergarten / Schule informieren

Erzieher und Lehrer sollten über die bevorstehende Rückkehr informiert werden, damit entsprechende Bescheinigungen erstellt werden können und das Kind im Rahmen des Kindergartens und der Schule verabschiedet werden kann.

Rechtsanwälte informieren

Sollte ein Rechtsanwalt beauftragt worden sein, ist eine freiwillige Ausreise mit ihm zu besprechen. Evtl. müssen noch bestehende Gerichtsverfahren gestoppt oder abgewartet werden.

„offene“ Strafen- / Gerichtsverfahren

Neben dem Asylverfahren können noch weitere Verfahren laufen oder Strafen offen sein. Es kann auch ein Bewährungshelfer beauftragt sein. Je nach Sachlage kann eine Ausreise hierdurch nicht möglich sein, bzw. muss erst durch einen Richter genehmigt werden. Daher sollte im Vorfeld eine mögliche Strafe angesprochen werden und dann ggf. mit dem Bewährungshelfer, der Polizei oder auch der Staatsanwaltschaft besprochen werden. Nicht jede Straftat ist der Ausländerbehörde bekannt, daher muss hiernach explizit gefragt werden.  

Notwendige Unterlagen für die Ausreise:

  • Gültige Reisedokumente
  • Grenzübertrittsbescheinigung (GÜB)
  • Weitere vorher abgegebene Dokumente

Es sollte unbedingt darauf geachtete werden, dass alle Dokumente, die im Laufe des Asylverfahrens bei den Behörden abgegeben worden sind, bei der Ausreise dem Rückkehrer wieder ausgehändigt werden. Dies können auch abgelaufene Personalausweise, Führerscheine oder Urkunden sein. Häufig erleichtern diese Dokumente die Registrierung in der Heimat.

Internationale Geburtsurkunden von in Deutschland geborenen Kinder

Geburtsurkunden können immer nur bei dem Standesamt der Stadt ausgestellt werden, in der das Kind geboren wurde. Üblicherweise kostet die Ausstellung 10 € Gebühr. Internationale Geburtsurkunden werden nur bei vorliegenden, gültigen Ausweisdokumenten der Eltern ausgestellt, ansonsten bekommen in Deutschland geborene Kinder nur eine Geburtsbescheinigung. Sollte eine Geburtsurkunde mit falschen Namen der Eltern ausgestellt worden sein, so können die Daten nur von einem Gericht geändert werden. 

Schulbescheinigung

In vielen Ländern gilt die Schulpflicht. Kann der Besuch in Deutschland nicht nachgewiesen werden, verhängen einige Länder entsprechende Strafen. Daher sollte eine Schulbescheinigung auf jeden Fall mitgenommen werden, wenn möglich in die Landessprache übersetzt.

Arbeitszeugnisse

Arbeitszeugnisse und Zertifikate gewinnen auch in vielen Herkunftsländern immer mehr an Bedeutung. Insbesondere in Europa erworbene Qualifikationen werden sehr geschätzt. Aus diesem Grunde lohnt es sich immer Nachweise über Praktika, Arbeitszeugnisse und sonstige Zertifikate einzufordern und übersetzen zu lassen. 

Schulzeugnisse

Wie in Deutschland gibt es in sehr vielen Ländern zum einen die Schulpflicht und zum anderen entsprechende Ämter und Behörden, die im Ausland erworbene Schulabschlüsse und Schulbesuche überprüfen und einen Vergleich zum dortigen Schulsystem vornehmen. Möglichst alle Schulzeugnisse sollten mitgenommen werden, so möglich in die Landessprache übersetzt, zumindest aber das letzte Zeugnis und eine Schulbescheinigung sind von größter Bedeutung, um eine Anmeldung in der Schule nach der Rückkehr zu vereinfachen.

Ablauf einer freiwilligen Rückkehr

Aufnahme der Situation

  • Beratung, eigentliche Wünsche der Betroffenen, Stand Asylantrag, Information über rechtliche Möglichkeiten und Folgen
  • Reisedokumente
  • Besonderheiten: Krankheit, Schwangerschaft, Straffälligkeit

Anträge stellen

  • REAG/GARP
  • Starthilfe Plus
  • Reintegration

weitere Informationen zu den genannanten Anträgen, Leitfäden und Formulare zum Download finden Sie hier

Ausreise organisieren/planen

  • Grenzübertrittsbescheinigungen
  • Fahrt zum Flughafen
  • Ablauf/Bewilligungen IOM und ggf. Starthilfe Plus erklären
  • Gelder auszahlen

Nach der Ausreise

  • Reintegration (z.B. ERIN) begleiten
  • So mgl. und gewünscht: Kontakt halten
  • GÜB/Rückläufer anfordern
  • Abrechnung mit IOM
Wichtige Unterlagen für die Ausreise

Gültige Reisedokumente

Hierzu zählen Pässe oder auch Passersatzpapiere, die nach Ablauf oder Verlust des Passes von der jeweiligen Botschaft des Landes ausgestellt werden können. 

Grenzübertrittsbescheinigung (GÜB)

Die GÜB wird von der zuständigen Behörde ausgestellt: Ausländerbehörde (zuständig für die in den Kommunen untergebrachten Rückkehrer), Zentrale Ausländerbehörde (Erstaufnahmeeinrichtung und Zentrale Unterkunftseinrichtungen) oder Bundespolizei (Flughafenverfahren).

Abgegebene Dokumente

Um eine Registrierung in der Heimat gegebenenfalls zu erleichtern, sollten möglichst alle Dokumente, die im Laufe des Asylverfahrens bei den Behörden abgegeben worden sind, den Rückkehrern wieder ausgehändigt werden. Dazu zählen auch abgelaufene Personalausweise, Führerscheine oder Urkunden.

Internationale Geburtsurkunden von in Deutschland geborenen Kindern

Geburtsurkunden können nur bei dem Standesamt der Stadt ausgestellt werden, in der das Kind geboren wurde. Die Ausstellung kostet üblicherweise 10 Euro. 

Internationale Geburtsurkunden können nur bei Vorliegen von gültigen Ausweisdokumenten der Eltern ausgestellt werden. Sind diese nicht vorhanden, wird nur eine Geburtsbescheinigung ausgestellt. Sollte eine Geburtsurkunde mit falschen Namen der Eltern ausgestellt worden sein, so können die Daten erst durch Gericht geändert werden. Aus diesem Grunde werden häufig keine Urkunden, sondern nur Bescheinigungen ausgestellt, bis gültige Ausweise vorliegen.

Schulbescheinigung

In vielen Ländern gilt die Schulpflicht. Kann der Besuch in Deutschland nicht nachgewiesen werden, verhängen einige Länder entsprechende Strafen. Daher sollte eine Schulbescheinigung auf jeden Fall mitgenommen werden und im Idealfall auch in die Landessprache übersetzt werden.

Arbeitszeugnisse

Arbeitszeugnisse und Zertifikate gewinnen auch in vielen Herkunftsländern immer mehr an Bedeutung. Insbesondere erworbene Qualifikationen in Europa werden sehr geschätzt. Aus diesem Grunde lohnt es sich immer ein Praktikumszeugnis, Arbeitszeugnisse und Zertifikate einzufordern und übersetzen zu lassen. 

Schulzeugnisse

Da es in vielen Ländern eine Schulpflicht gibt und entsprechende Ämter und Behörden die im Ausland erworbenen Schulabschlüsse und –besuche überprüfen und mit dem dortigen System vergleichen, sollte man sich den Schulbesuch, die Anzahl der Unterrichtsstunden pro Fach und die wichtigsten Unterrichtsthemen bescheinigen lassen. 

Beschaffung von Pässen oder Ersatzpässen

Eine Rückkehr in das jeweilige Heimatland ist ohne gültigen Reisepass oder ein Passersatzpapiere nicht möglich. Passersatzdokumente werden von den Botschaften des jeweiligen Landes oder für einige Länder auch von den Ausländerbehörden (EU Laissez-Passer) ausgestellt. Eine Rückkehr mit Reisepässen im Original ist immer vorzuziehen, da u.a. eine Anmeldung im Heimatland auf diese Weise leichter vorzunehmen ist. 
In den Botschaften muss, mit wenigen Ausnahmen, ein Nachweis der Identität vorgelegt werden, um ein Ersatzreisedokument zu bekommen. Alle Botschaften haben unterschiedliche Vorgaben und Abläufe, die sich auch immer wieder ändern. Daher ist es notwendig, vor einer Fahrt zur Botschaft aktuelle Infos über eventuelle Gebühren und notwendige Unterlagen einzuholen. 

Oft trauen sich die Rückkehrer zu Beginn in der Beratung nicht, vorhandene Dokumente zu zeigen, da sie diese eventuell vor den Behörden verschwiegen haben. Es hat sich gezeigt, dass es Sinn macht, mehrfach nach vorhandenen Ausweisdokumenten (Personalausweis, Geburtsurkunde, Zeugnisse usw.)  zu fragen und deutlich zu machen, dass die Beratungsstelle ausschließlich für den Rückkehrer arbeitet und keinerlei Dokumente einbehält o.ä. Besteht entsprechendes Vertrauen, können Dokumente häufig „plötzlich wieder auftauchen“ oder mit Hilfe von anderen Personen beschafft werden.  Der Ablauf der Beschaffung von Ersatzdokumenten wird deutlich erleichtert und beschleunigt und somit auch die Zeit bis zur Ausreise verkürzt. 

Klärungsbedürftige Punkte vor der Ausreise

Vor einer Ausreise kann es wichtig sein, folgende Punkte zu berücksichtigen und diese abzuklären:

Steuerrückerstattung

Wenn  die Rückkehrenden berufstätig waren und Steuern gezahlt wurden, ist ggf. eine Rückerstattung möglich. Hier kann es sinnvoll sein, andere in Deutschland lebende Personen mit dieser Aufgabe zu beauftragen, da eine Steuerklärung nur zu bestimmten Zeitpunkten möglich ist.

Rentenansprüche

Die Rentenansprüche können bei einer Rentenberatungsstelle geklärt werden. Hier sollte unbedingt auf den richtigen Namen geachtet werden. Je nach Fall können verschiedene Lösungen möglich sein. Wenn ein Sozialabkommen mit dem Heimatland existiert, kann der Anspruch mit Erreichen des Rentenalters geltend gemacht werden. Sollte kein Sozialabkommen vorhanden sein, so ist eine Beitragserstattung der selbst eingezahlten Beiträge unter bestimmt Voraussetzungen möglich.

Verträge beenden

Es sollte berücksichtigt werden, dass ggf. bestehende Verträge gekündigt werden müssen. In folgenden Bereichen können Verträge bestehen: 

  • Wohnung / Kaution – Versorgungsbetriebe Strom etc.
  • Bankkonten (evtl. auf Online-Banking umstellen, falls das Konto noch benötigt wird)
  • Post und Telefon / Mobilfunk
  • Versicherungen
  • Vereine / Mitgliedschaften

Kindergarten / Schule über Ausreise informieren

Erzieher und Lehrer sollten über die bevorstehende Rückkehr informiert werden, damit entsprechende Bescheinigungen erstellt werden können und das Kind auch im Rahmen des Kindergartens und der Schule verabschiedet werden kann. Näheres finden Sie unter „Ausreise mit Kindern“. 

Offene Strafen oder Gerichtsverfahren 

Neben dem Asylverfahren können noch weitere Verfahren laufen oder Strafen offen sein. Es könnte auch ein Bewährungshelfer mit dem Fall beauftragt sein. Je nach Fall kann dies einer Ausreise im Weg stehen. Daher sollte im Vorfeld eine mögliche Strafe angesprochen und z. B. mit dem Bewährungshelfer, der Polizei oder auch der Staatsanwaltschaft besprochen werden. Nicht jede Straftat ist der Ausländerbehörde bekannt, daher muss hier explizit nachgefragt werden.  

Rechtsanwälte über Ausreise informieren

Sollte ein Rechtsanwalt beauftragt worden sein, ist es sinnvoll, eine freiwillige Ausreise mit ihm zu besprechen. Evtl. müssen noch bestehende Gerichtsverfahren gestoppt oder abgewartet werden.

Ausreise mit Kindern

Ausreise mit Kindern

Der Prozess der Entscheidungsfindung und der Rückkehrvorbereitung  ist für viele Erwachsene emotional sehr belastend und stressbeladen. Häufig werden die Kinder in diese Prozesse nicht mit einbezogen, sodass sie kaum eine Möglichkeit haben, sich auf die auf sie zukommenden Gegebenheiten vorzubereiten. Oftmals kommt hinzu, dass Kinder ihre Heimatland nicht kennen, oder sich kaum erinnern und die Rückkehr für sie den Verlust der vertrauten Umgebung und von Freunden bedeutet. Aus diesem Grund ist die Einbeziehung der Kinder von entscheidender Bedeutung.

Hierbei sind folgende Schritte von großer Wichtigkeit: 

Information

  • Das Kind ist über die Rückkehrpläne der Familie informiert.
  • Das Kind hat die Möglichkeit, Fragen über die  Rückkehr zu stellen und somit Ängste und Erwartungen anzusprechen.
  • Das Kind hat allgemeine Informationen über das Rückkehrland (Aussehen der Heimatstadt, Fauna, Flora, Klima etc.).
  • Das Kind weiß über die zukünftigen Lebensverhältnisse Bescheid (Wohnort, Unterkunft, Verwandte, Schule oder Kindergarten, Möglichkeiten Freunde zu finden).
  • Das Kind ist mit den grundlegenden Verhaltensweisen im Rückkehrland vertraut. (Verhalten in der Öffentlichkeit, gegenüber Erwachsenen, in der Schule, kulturelle Bräuche etc.).
  • Die Eltern sind über den Umgang mit Heimweh und den möglichen Verhaltensänderungen der Kinder nach der Rückkehr (Schlafstörungen, Aggressivität, Rückzug, Einnässen, Sprachprobleme etc.) aufgeklärt.

Schule

  • Die Schule wurde über die Rückkehrpläne informiert.
  • Es liegt eine Schulbesuchsbestätigung von allen besuchten Schulen vor (bestätigt die Dauer des Schulbesuchs an dieser Schule und dient als Nachweis für den Besuch der Schule).
  • Es liegen die aktuellen Zeugnisse und eine Leistungsübersicht (bei Ausreise zwischen den Zeugnissen) vor.
  • Die Unterlagen von den Schulen sind auf den richtigen Namen des Kindes ausgestellt.
  • Die Unterlagen sind alle von einem beglaubigten Dolmetscher in die Landessprache übersetzt worden.
  • Die weitere Schullaufbahn und die dazugehörigen Formalitäten im Heimatland wurde geklärt 

Sprache

  • Das Kind kann sich in der Landessprache verständigen, je nach Alter lesen und schreiben.

Originaldokumente

In Deutschland geborene Kinder:

  • Das Kind hat eine auf seinen richtigen Namen lautende Geburtsurkunde (im Idealfall eine Internationale Geburtsurkunde).
  • Die Geburtsurkunde wurde von einem beglaubigten Dolmetscher in die Landessprache übersetzt.
  • Das Kind hat einen Reisepass oder ist in dem Pass / Passersatzpapier mind. eines Elternteiles eingetragen.

Gesundheit

  • Die Eltern haben die Rückkehrpläne mit dem Kinderarzt besprochen.
  • Das Kind hat alle notwendigen Impfungen.
  • Das Kind hat einen internationalen Impfausweis.
  • Die Krankenakte wurde ausgehändigt.
  • Bei bestehenden Krankheiten liegen Atteste über Diagnosen und Behandlungen vor.
  • Die wichtigsten medizinischen Dokumente wurden in die Landessprache übersetzt.

Abschied

  • Das Kind hatte die Möglichkeit, sich von den Freunden und Bekannten zu verabschieden.
  • In der Schule oder im Kindergarten wurde der Abschied angemessen durchgeführt.
  • Das Kind hat die Möglichkeit, Erinnerungen (Fotos, Adressen der Freunde, Lieblingsspielzeug, Abschiedsgeschenke etc.) mitzunehmen.
  • Das Kind weiß, wie es mit den Freunden in Kontakt bleiben kann.

Sorgerecht

  • Wenn die Familie nicht gemeinsam ausreist, sollte sichergestellt sein, dass der Elternteil, der bei den Kindern ist, über alle Rechte und Vollmachten verfügt.
  • Wenn die Familie nicht gemeinsam ausreist, weiß das Kind, wo der andere Elternteil lebt, wie es mit ihm Kontakt halten kann und wann es ihn wiedersehen wird.

Wiedereinreiseoptionen

  • Es wurden mögliche Optionen zur Wiedereinreise des Kindes zu einem späteren Zeitpunkt geprüft und entsprechende Schritte eingeleitet, um dem Kind diese Optionen offen zu halten.
Freiwillige Rückkehr bei Schwangerschaft

Eine Schwangerschaft ist immer etwas Besonderes und muss bei einer Rückkehr mit höherer Aufmerksamkeit beachtet werden. Bei einer durch IOM geförderten Rückkehr ist die Schwangerschaft im Antrag zu vermerken! 

Vorliegen müssen darüber hinaus folgende Unterlagen:

  • ein Attest des behandelnden Arztes, welches die Flugtauglichkeit bestätigt
    • je nach Fluggesellschaft muss ab der 28. Schwangerschaftswoche ein bei Antritt des Fluges höchstens eine Woche altes Attest vorliegen

Außerdem ist zu beachten, dass abhängig von der Fluggesellschaft  der Zeitpunkt der Schwangerschaft, ab dem ein Flug nicht mehr möglich ist, variieren kann. Erfahrungsgemäß liegt dieser zwischen der 34. Und 36. Schwangerschaftswoche, sollte jedoch immer individuell abgefragt werden! 

Genaue Informationen finden Sie auch unter:
REAG/GARP Infoblatt

Krankheit

Eine Rückkehr von kranken Menschen bedarf immer einer gründlichen Vorbereitung. Helfen kann dabei die Checkliste bei Krankheit. Über ZIRF können Informationen über die medizinische Versorgung im Heimatland eingeholt werden. 

Bei einer Förderung durch REAG/GARP ist die Erkrankung im Antrag anzugeben und ein ärztliches Attest wird erforderlich. Durch die IOM findet eine gründliche Prüfung statt, unter welchen Bedingungen der Antragsteller reisen kann. Die Bearbeitungsdauer verlängert sich, je nach Schweregrad der Krankheit, um zwei Wochen bis zu mehreren Monaten. Ist eine medizinische Begleitung notwendig, wird diese von der IOM organisiert und finanziert.

Eine Mitarbeit des behandelnden Arztes ist erforderlich.

Ausreise auf dem Landweg

Neben der Ausreise mit dem Flugzeug ist es bei einigen Staatsangehörigen auch möglich oder nötig, eine Ausreise auf dem Landweg per Bus oder auch mithilfe von privaten Beförderungsmitteln zur organisieren.

Bei der Beförderung mit dem Bus können die Kosten vom Anfahrtsort der Buslinie bis hin zum Bestimmungsort von der IOM übernommen werden, insofern dies der kürzesten Wegstrecke entspricht. 

Sollte eine Ausreise per Bus gewünscht oder nötig sein sein, muss diese im Vorfeld bei IOM über den REAG/GARP Antrag beantragt und bewilligt werden. Nach Erhalt der Bewilligung übernimmt die antragsstellende Beratungsstelle die Buchung der Tickets bei einer internationalen Buslinie. Nach erfolgter Ausreise wird der Rechnungsbetrag n ach Aufforderung von der IOM erstattet. 

Bei privaten Beförderungsmittel, also privaten Kraftfahrzeugen, kann eine Benzinkostenpauschale von insgesamt 250 € pro Fahrzeug unabhängig von der Zahl der Mitreisenden von der IOM übernommen werden. Zu beachten ist hier, dass diese Benzinkostenpauschale nur in begründeten Ausnahmefällen gewährt werden kann. 

Weitere Informationen finden Sie hier

Ausreise bei Straffälligkeit

Wird während der Beratung bekannt, dass gegen den Klienten Strafverfahren laufen bzw. Strafen offen sind, besteht die Gefahr, dass eine Ausreise aufgrund dessen nicht möglich ist. 

Wird also deutlich, dass ein Strafverfahren läuft, sollte dringend Kontakt mit der Staatsanwaltschaft aufgenommen werden. Bei schwereren Vergehen ist zu klären, ob der Ausreisewillige Deutschland verlassen darf, oder ob das Verfahren bei weniger schwerwiegender Vergehen fallengelassen werden kann, damit eine Rückkehr ins Heimatland möglich ist.