Rückkehr in die Heimat – erste Schritte

By | 16. Februar 2016

Schritte in der Beratung

Gründe der Rückkehr erfragen

Die Gründe für eine Rückkehr können vielfältig sein. Eine Rückkehr in die Heimat ist ein sehr großer Schritt und muss vorher gut überlegt sein. Daher ist es wichtig, die Beweggründe zu erfragen und gegebenenfalls auch zu hinterfragen, ohne die zu Beratenden dabei in eine Richtung drängen zu wollen. Die Entscheidung bleibt immer beim an der Rückkehr Interessierten.

Asylantrag abgelehnt?

Viele der Menschen, die in die Rückkehrberatungsstelle kommen, sind verpflichtet Deutschland zu verlassen, da ihr Asylantrag abgelehnt wurde. Auch diese Menschen haben noch die Möglichkeit, „freiwillig“ auszureisen und können, gleich allen anderen, Unterstützung erhalten.

Besteht Einverständnis mit der Entscheidung der Behörden?

Die Entscheidungen, ob Menschen in Deutschland bleiben dürfen, werden seit einigen Monaten unter Hochdruck getroffen. Viele Schutzsuchende, die zum Teil schon mehrere Jahre in Deutschland sind, müssen nun in ihre Heimat zurück. Menschen, die in dieser überaus belasteten Situation in die Beratungsstelle kommen, benötigen ebenso mitfühlende wie sachliche Unterstützung. Eine möglichst umfassende Beratung, die die vorhandenen Möglichkeiten aufzeigt, und dabei in aller Deutlichkeit Vor- und Nachteile herausstellt, ist notwendig und stellt hohe Ansprüche an den Beratenden.

Wenn nein, gibt es noch sinnvolle Alternativen zur Ausreise?

Nicht immer macht der Gang zum Anwalt, oder das Befolgen gut gemeinter Ratschläge vermeintlicher Fachleute Sinn. Die Vermittlung an andere Fachstellen kann sinnvoll sein. Sie weckt aber immer auch die Hoffnung, an der bestehenden Ausreisepflicht könne sich etwas ändern. Dieser Verantwortung müssen sich Berater bewusst sein.

Reisedokumente?

Für die Rückkehr sind Reisedokumente erforderlich. Im einfachsten Fall haben die Menschen ihre Dokumente bei sich. Haben sie ihre Papiere bei der Einreise abgegeben, gilt es diese zu finden. Sind die Rückkehrer einer Gemeinde zugewiesen, sollten die Dokumente der ABH vorliegen, oder diese ist zuständig, sie anzufordern.
Sind die Reisepässe verloren oder abgelaufen, müssen Ersatzdokumente organisiert werden. Abhängig von den Vorgaben des jeweiligen Landes stellen diese die jeweilige Botschaft des Landes aus.
Liegen Nachweise über die Identität vor und besteht eine entsprechende Übereinkunft mit dem Herkunftsland, können auch die ABHs Ersatzdokumente (EU – Laissez Passer) für die einmalige Einreise in das jeweilige Land ausstellen. Dabei ist zu beachten, dass es in einigen Ländern Schwierigkeiten bei der Wiederanmeldung mit diesem Dokument geben kann.

Rueckkehrberatung Hamm Berater RegelnWieviel Zeit bleibt?

Ist der Asylantrag der Rückkehrer abgelehnt, ist darauf zu achten, wieviel Zeit für die Organisation der Ausreise bleibt. Nach Möglichkeit unbedingt Rücksprache mit der zuständigen ABH halten!

Was erwartet den Rückkehrer?

Die Lebenssituation, die die Rückkehrer erwartet, ist von Mensch zu Mensch und von Land zu Land verschieden. In der Beratung ist zu erfragen, welche Kontakte die Rückkehrer noch haben und welche Möglichkeiten sie für sich sehen.
Die Herkunftsländer gehen sehr unterschiedlich mit Rückkehrern um. Darüber soll in der Beratung gesprochen werden und auf eventuell zu erwartende Schwierigkeiten muss hingewiesen werden!

Welche Unterstützung gibt es vor Ort?

Die Reintegration ins Heimatland ist in vielen Fällen schwierig für die Menschen. Sie benötigen Unterstützung in unterschiedlichen Lebensbereichen, um wieder in ihrem Land Leben zu können. In einigen Ländern gibt es Projekte vor Ort, die diesen Prozess unterstützen. Hier muss der Kontakt hergestellt werden und gegeben falls eine Anmeldung erfolgen.

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